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Blutdruck

Diese Werte zählen für Ihr Herz

Der Blutdruck ist mehr als nur eine Zahl auf dem Messgerät – er ist ein entscheidender Indikator für die Funktion unseres Herz-Kreislauf-Systems. Ein ausgeglichener Blutdruck sorgt für eine stabile Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Doch was tun, wenn er aus dem Ruder läuft?

Was ist der systolische und diastolische Blutdruck?

Der Blutdruck ist ein zentraler Gesundheitsparameter, der sich aus zwei Werten zusammensetzt: dem systolischen und dem diastolischen Blutdruck. Diese Werte werden in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen und geben Auskunft über den Druck in den Blutgefässen während der verschiedenen Phasen des Herzzyklus. 

Der systolische Wert beschreibt den Druck in den Arterien, wenn sich das Herz zusammenzieht und das Blut mit Kraft in die Gefässe pumpt. In dieser als Systole bezeichneten Phase dehnen sich die Arterienwände kurzzeitig aus, was dem höchsten Blutdruckwert entspricht. Der diastolische Wert dagegen misst den Druck in den Arterien, wenn das Herz erschlafft und sich wieder mit Blut füllt – die sogenannte Diastole. In dieser Phase ist der Druck in den Gefässen am niedrigsten.

Beide Messwerte sind wichtig, um den Blutdruckzustand zu beurteilen und mögliche Gesundheitsrisiken zu erkennen. Obwohl dem systolischen Blutdruck häufig mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, sind auch Veränderungen des diastolischen Blutdrucks von Bedeutung.

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Welche Blutdruck-Werte sind normal?

Der Blutdruck ist in der Regel normal, wenn der systolische Wert unter 130 mmHg und der diastolische Wert unter 85 mmHg liegt. Dies beschreibt einen gesunden Zustand des Kreislaufsystems, auch wenn die Messwerte in Abhängigkeit von aktuellen Ereignissen wie Stress oder körperlicher Anstrengung leicht schwanken können.

Es gibt auch die Einstufung „hochnormaler Blutdruck“, bei dem der systolische Wert unter 140 mmHg und der diastolische Wert unter 90 mmHg liegt. Dieser Zustand gilt als grenzwertig und kann eine Überwachung erforderlich machen. Blutdruckwerte unter 100/60 mmHg deuten auf einen niedrigen Blutdruck hin, der jedoch nicht immer Beschwerden verursacht. In einigen Fällen können Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Müdigkeit auftreten, aber in den meisten Fällen hat ein niedriger Blutdruck keine gesundheitlichen Folgen, solange keine anderen Ursachen vorliegen.

Der Blutdruck variiert je nach Altersgruppe. Bei älteren Menschen liegen die Normalwerte meist etwas höher, während bei jüngeren Erwachsenen und Kindern niedrigere Normalwerte üblich sind. Eine regelmässige Kontrolle des Blutdrucks ist daher notwendig, auch unter Berücksichtigung des Alters und der Lebensweise.

Ist niedriger Blutdruck gefährlich?

Niedriger Blutdruck, auch Hypotonie genannt, ist nicht immer gefährlich, kann aber bei manchen Menschen zu gesundheitlichen Problemen führen. Ein Blutdruck unter 100/60 mmHg gilt als zu niedrig. In den meisten Fällen macht er sich jedoch nicht durch auffällige Symptome bemerkbar.

Treten Beschwerden auf, können diese vielfältig sein und reichen von Schwindel, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen bis hin zu Atemnot, kalten Händen und Füssen sowie Kopfschmerzen. Ursache ist häufig eine schlechte Durchblutung, die zu einer Unterversorgung lebenswichtiger Organe mit Sauerstoff führt.

Besonders betroffen sind junge, schlanke Frauen, bei denen es sich oft um eine harmlose Form der Hypotonie handelt. In vielen Fällen lässt sich keine genaue Ursache für den niedrigen Blutdruck finden. Manchmal kann eine Grunderkrankung wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Herzprobleme dahinter stecken. Auch bestimmte Medikamente oder starker Flüssigkeitsverlust können den Blutdruck senken.

In einigen Fällen tritt ein niedriger Blutdruck in bestimmten Situationen auf, z. B. wenn man schnell aus dem Sitzen oder Liegen aufsteht, was als orthostatische Hypotonie bezeichnet wird. Dieser Blutdruckabfall kann vor allem bei älteren Menschen zu Schwindel bis hin zur Ohnmacht führen und das Sturzrisiko erhöhen. Auch die postprandiale Hypotonie, also der Blutdruckabfall nach dem Essen, kann bei älteren Menschen zu Schwindel und Benommenheit führen. Dies bedeutet, dass nach einer Mahlzeit der Blutdruck durch die Umverteilung des Blutes zur Verdauung sinken kann.

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  • Acht Minuten tägliches Training können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 20% senken. Bereits drei Einheiten pro Woche (jeweils 30 bis 60 Minuten) senken den systolischen Blutdruck um 8 mmHg und den diastolischen Blutdruck um 5 mmHg.
  • Frauen haben in der Regel einen niedrigeren Blutdruck als Männer, insbesondere junge und schwangere Frauen. Hypotonie bei Frauen kann durch den monatlichen Blutverlust während der Menstruation verursacht werden. Die Symptome sind jedoch unabhängig vom Geschlecht ähnlich.
  • Mit zunehmendem Alter steigt der Blutdruck oft leicht an, da die Blutgefässe weniger flexibel werden. Bei Menschen über 60 sind höhere Blutdruckwerte oft akzeptabel, solange keine weiteren Risikofaktoren vorliegen.
  • Der „Weisskitteleffekt“ beschreibt, wie Stress beim Arztbesuch den Blutdruck künstlich in die Höhe treibt. Zu Hause kann der Blutdruck normal sein, während er in der Arztpraxis deutlich höher liegt. Dies kann zu Fehldiagnosen führen, weshalb 24-Stunden-Messungen oder ein Blutdrucktagebuch empfohlen werden.

Welche Erkrankungen hat man oft bei hohem Blutdruck?

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen. Ist der Druck in den Arterien dauerhaft zu hoch, werden die Gefässe überlastet, was zu einer Reihe schwerwiegender Erkrankungen führen kann. Betroffen sind vor allem Herz und Nieren.

Zu den häufigsten Folgeerkrankungen gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit, bei der sich die Herzkranzgefässe durch Ablagerungen verengen, und die Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt. Diese Erkrankungen können zu Symptomen wie Kurzatmigkeit und geschwollenen Beinen führen. Darüber hinaus kann Bluthochdruck zu Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern führen, die wiederum das Schlaganfallrisiko erhöhen.

Eine häufige Komplikation bei anhaltend hohem Blutdruck ist die Arteriosklerose, eine Verhärtung und Verengung der Arterien, die zu schlechter Durchblutung und schliesslich zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen kann. Auch die Nieren sind betroffen, da Bluthochdruck die Nierengefässe schädigt, was zu Nierenversagen führen kann.

Übergewicht, salzreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Rauchen sind wichtige Risikofaktoren, welche die Entstehung von Bluthochdruck begünstigen und damit die Wahrscheinlichkeit von Folgeerkrankungen erhöhen. In manchen Fällen kann auch eine familiäre Veranlagung eine Rolle spielen, ebenso wie bestimmte Hormonstörungen oder Nierenerkrankungen, die zu einer sekundären Hypertonie führen können.

Kann Bewegung den Blutdruck senken?

Bewegung kann den Blutdruck wirksam senken, insbesondere durch regelmässigen Ausdauersport wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren. Diese Aktivitäten fördern die Durchblutung, stärken das Herz-Kreislauf-System und machen die Blutgefässe elastischer. 

Es ist jedoch wichtig, das Training langsam zu steigern. Ein zu intensives Training kann kurzfristig den Blutdruck erhöhen, da der Kreislauf mehr Blut benötigt. Deshalb sollten Puls und Atmung deutlich erhöht sein, ohne dass man sich völlig erschöpft fühlt. Bei erhöhten Blutdruckwerten über 160/95 mmHg sollte vor dem Sport eine ärztliche Abklärung erfolgen. In solchen Fällen kann es notwendig sein, zunächst eine medikamentöse Therapie in Erwägung zu ziehen. Darüber hinaus ist vor Trainingsbeginn eine ärztliche Untersuchung, insbesondere ein Belastungs-EKG, zu empfehlen.

Für den Einstieg eignen sich die gelenkschonenden Sportarten Walking und Nordic Walking. Radfahren und Schwimmen sind ebenfalls gute Alternativen. Wenn Sie gerne joggen oder tanzen, können auch diese Aktivitäten zur Verbesserung des Blutdrucks beitragen. Auch ein moderates Krafttraining kann sinnvoll sein, allerdings sollten Sie dabei auf die Intensität achten und sich gegebenenfalls von einer Fachperson beraten lassen.

Blutdruck Auswertung: Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Ihr Blutdruck 180/120 mmHg oder höher ist, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, da dieser extrem hohe Druck zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen kann. Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen, Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle in den Beinen, Seh- oder Sprachstörungen deuten auf eine lebensbedrohliche Situation hin. In diesem Fall ist eine sofortige ärztliche Behandlung erforderlich, um Organschäden zu vermeiden.

Auch bei Blutdruckwerten unter 90/60 mmHg sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn niedriger Blutdruck kann zu Schwindel, Schwäche und Ohnmacht führen. Wenn Sie zu den Risikogruppen für Bluthochdruck gehören, sollten Sie Ihren Blutdruck regelmässig messen lassen. Messwerte über 140/90 mmHg, vor allem bei wiederholter Messung, erfordern eine ärztliche Abklärung. Bei über 80-Jährigen gelten Blutdruckmesswerte ab 160/90 mmHg als behandlungsbedürftig.

So messen Sie Ihren Blutdruck richtig: hilfreiche Tipps

  • Messen Sie den Blutdruck immer zur gleichen Zeit, morgens und abends. So stellen Sie sicher, dass tageszeitliche Schwankungen, die durch den natürlichen Rhythmus des Körpers verursacht werden, das Ergebnis nicht verfälschen.
  • Wenn Sie blutdrucksenkende Medikamente einnehmen, sollten Sie den Blutdruck vor der Einnahme messen. So erhalten Sie einen ungestörten Blutdruckwert, bevor die Medikamente ihre Wirkung entfalten.
  • Achten Sie darauf, dass Sie vor der Messung mindestens fünf Minuten Ruhe haben. Körperliche Aktivität, Stress oder Aufregung können den Blutdruck vorübergehend ansteigen lassen und so falsche Ergebnisse verursachen.
  • Setzen Sie sich auf einen bequemen Stuhl, lehnen Sie sich an die Rückenlehne und stellen Sie die Füsse flach auf den Boden. Schlagen Sie die Beine nicht übereinander, da dies den Blutdruck beeinflussen kann.
  • Der Arm, an dem gemessen wird, sollte sich auf Herzhöhe befinden. Er muss völlig entspannt und frei sein, ohne dass enge Kleidung den Blutfluss behindert. Eine falsche Manschettengrösse kann die Messung verfälschen, lassen Sie sich daher beim Kauf beraten.
  • Trinken Sie kurz vor der Messung keinen Kaffee oder Tee und rauchen Sie nicht. Koffein und Nikotin können den Blutdruck erhöhen und das Messergebnis verfälschen.
  • Um die Genauigkeit zu erhöhen, messen Sie den Blutdruck zweimal im Abstand von mindestens einer Minute. Der zweite Wert ist meist etwas niedriger und sollte notiert werden.
  • Achten Sie auf eine ruhige Umgebung und vermeiden Sie Geräusche wie Fernseher oder Musik, da diese die Konzentration stören und den Blutdruck leicht beeinflussen können. Führen Sie die Blutdruckmessung in Ruhe durch, da ein regelmässiger Herzschlag wichtig ist. Patienten mit Hypertension und einem geschwächten Herzmuskel sollten beachten, dass Hormone wie Aldosterone den Blutdruck langfristig verändern können.
  • Wenn Ihr Blutdruck regelmässig 135/85 mmHg oder höher ist, messen Sie ihn täglich und notieren Sie die Ergebnisse. So können Sie Veränderungen beobachten und mit Ihrem Arzt besprechen.
  • Keine Panik bei erhöhten Messwerten. Ein einmalig erhöhter Wert ist noch keine definitive Diagnose für Bluthochdruck. Wenn Ihr Blutdruck über dem Normalwert liegt, zögern Sie nicht, diesen erneut messen zu lassen. Regelmässige Messungen und ein Arztbesuch zur Auswertung der Ergebnisse sind notwendig.

Ein normaler Blutdruck ist wesentlich für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden. Ein gesunder Lebensstil, regelmässige Kontrollen und, falls erforderlich, eine angemessene Behandlung können Bluthochdruck vorbeugen oder ihn erfolgreich behandeln.